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Der
Lachs ist, wie das Flussneunauge, ein anadromer Wanderfisch, d. h. die
Fortpflanzung findet im Spätherbst und frühen Winter im Süßwasser in den
Oberläufen der Flüsse statt, während die Nahrungsgründe der erwachsenen
Tiere im Meer liegen. Die Eier werden in Laichgruben abgelegt, die vom
Weibchen gegraben werden. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist
notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung. Nach dem
Schlupf aus den Eiern suchen die kleinen Lachse Zonen schnell fließenden
Wassers in der Nähe der Laichgruben auf, wo sie den ersten Sommer und
Herbst verbringen. Jeder kleine Lachs bildet ein eigenes Territorium,
das er gegen seine Artgenossen verteidigt. Nach 1 bis 2 Jahren im
Süßwasser verändern sich die Lachse: Sie bilden Schwärme und wandern die
Flüsse abwärts bis in die marinen Gebiete des Nordatlantiks. In diesem
Stadium werden die Lachse auch Smolts genannt. Nach 1-4 Jahren im Meer
kehren die Lachse als geschlechtsreife Tiere mit einer stattlichen Größe
von 60 bis über 100 cm in ihre Laichgewässer zurück.
Im
Einzugsgebiet von Weser, Werra und Fulda war der Atlantische Lachs
ursprünglich stark verbreitet. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts
wurden am Wehr in Hameln bis zu 4.000 aufsteigende Lachse jährlich
gefangen. In der Werra, Ulster und Schleuse stiegen die Lachse bis in
die Äschenregion auf.
Mit
zunehmender menschlicher Nutzung der Flüsse, z. B. durch den Talsperren-
und Stauanlagenbau, den Ausbau zur Schifffahrtsstraße und die Belastung
der Gewässer durch Schmutz, Nährstoffe und nicht zuletzt durch die hohen
Salzkonzentrationen, sind die Lachse in den 1920er Jahren im
Einzugsgebiet der Weser ausgestorben. Mit zunehmender Verbesserung der
Gewässergüte kommt der Optimierung der Gewässerstruktur eine wichtige
Bedeutung zu. Insbesondere für den Lachs ist die Wiederherstellung der
Durchgängigkeit seiner Wanderwege zwischen den marinen Gebieten und den
ursprünglichen Laich- und Aufwuchsgewässern eine notwendige
Voraussetzung zur Wiederansiedlung.
Der
Atlantische Lachs war 2000 Fisch des Jahres. |

Foto: Dr. Bernd
Stemmer |