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Barbe (Barbus barbus)
  Fischfauna

"Als man in dieser Zeit die Fischerei neu verpachtete, wurde zugleich beschlossen, dass der Ratsfischer zum Lätareschmaus keinen schlechteren Fische als Barben liefern dürfe". Hesse, 1898, beschrieb in dieser Anekdote die mittelalterliche Bedeutung der Flussfische, insbesondere der Barbe, an der Werra für die heimische Fischerei. Die Barbe ist ein gesellig lebender bodenorientierter Karpfenfisch und besiedelt die Mittelläufe der Flüsse, die von den Gewässerbiologen daher auch als Barbenregion bezeichnet werden.

Barben unternehmen im Frühjahr teilweise bis zu 300 km weite Laichwanderungen zu bevorzugten Laichplätzen, wo sie bei Wassertemperaturen ab 18 °C in großen Laichschwärmen in der Regel am frühen Morgen bis in den Mittag ablaichen. Für die Fischeier sind die Umweltbedingungen in den Kiesbetten entscheidend für eine erfolgreiche Entwicklung. Die jungen Barben leben in flachen, schnell fließenden Abschnitten der Flüsse und Bäche, den so genannten Rauschen, wo sie sich von kleinen wirbellosen Tieren ernähren.

In der Werra zählte die Barbe früher zu den häufigsten Fischarten, und sie ist eine Charakterart für die natürlichen Lebensbedingungen zwischen der Schleusemündung bis nach Hann.-Münden. Schlechte Wasserqualität dezimierte die Barbenbestände im letzten Jahrhundert, so dass sie sehr selten geworden war. Mit zunehmender Verbesserung der Wasserqualität seit den 1990er Jahren und Dank gezielter und anhaltender Schutzmaßnahmen zeigen die Bestände der Barbe in der Werra in den letzten Jahren eine positive Entwicklung. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit werden die Wiederausbreitung der Barbe fördern und eine Vernetzung mit Populationen in der Oberweser und im Einzugsgebiet der Fulda ermöglichen. Die Barbe war 2003 Fisch des Jahres.

Barbe
Foto: Schwevers (2002)

 
   

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