Oberflächengewässer
Zur Beschreibung des Gewässerzustands werden die Oberflächenwasserkörper in Zustandsklassen eingestuft. Der chemische Zustand wird anhand der Konzentrationen besonders gefährlicher Schadstoffe ermittelt. Diese werden mit den vorgeschriebenen Umweltqualitätsnormen verglichen, und der Zustand in gut oder schlecht eingestuft. Für den ökologischen Zustand werden verschiedene Tier- und Pflanzengemeinschaften, die sogenannten biologischen Qualitätskomponenten, untersucht, und je nach dem, wie sehr diese den natürlichen Verhältnissen entsprechen, der Zustand in sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend oder schlecht eingestuft. Für die Gesamtbewertung wird das "one out – all out" Prinzip angewendet. Das bedeutet, dass bei schlechter Bewertung einer Komponente der Gesamtzustand ebenfalls als schlecht bewertet wird - auch wenn die anderen Komponenten alle gut sein sollten - und der Wasserkörper somit sein Ziel verfehlt.
13 % der Oberflächengewässer werden 2015 mindestens den guten ökologischen Zustand bzw. ein gutes ökologisches Potenzial erreichen. Bei einer Betrachtung der Ergebnisse zum chemischen Zustand ist seine derzeitig unterschiedliche Erfassung zu berücksichtigen. Der chemische Zustand wird in der Karte nach geltendem Recht dargestellt. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen haben den Zustand unter Berücksichtigung der Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnormen (2008/105/EG) erfasst.
Grundwasser
Für die Bewertung des mengenmäßigen Zustands des Grundwassers wird als Kriterium die Höhe des Grundwasserstandes zugrunde gelegt. Für die Bestimmung des chemischen Zustands werden die Parameter Nitrat und Pflanzenschutzmittel sowie regional unterschiedliche Schwellenwerte herangezogen. Dabei sind die Anforderungen der Grundwasserrichtlinie (RL 2006/118/EG) maßgebend. Die Grundwasserkörper werden in die zwei Zustandsklassen gut und schlecht eingestuft. Bezogen auf die einzelnen Qualitätskomponenten wird wie bei den Oberflächengewässern das Prinzip "one out - all out" angewendet. Wird bei Grundwasserkörpern eine relevante Überschreitung der Grenz- bzw. Schwellenwerte festgestellt, befindet sich der Grundwasserkörper in einem schlechten Zustand. Zusätzlich sind ab festgelegten Schadstoffkonzentrationen Trendbetrachtungen erforderlich.
Die Bewertung hat ergeben, dass sich 143 von 144 Grundwasserkörpern (99,8 % der Gesamtfläche) in einem guten mengenmäßigen und 105 Grundwasserkörper (58 % der Gesamtfläche) in einem guten chemischen Zustand befinden. Von den 39 Grundwasserkörpern im schlechten chemischen Zustand weisen sieben einen signifikant steigenden Trend der Schadstoffkonzentration auf. Diese steigende Konzentration ist überwiegend auf Nitrat-Belastungen aus diffusen Quellen zurückzuführen.
Das Ergebnis macht deutlich, dass in der Flussgebietseinheit Weser die mengenmäßigen Probleme im Grundwasser deutlich hinter den Problemen der Wasserqualität zurücktreten, die überwiegend auf Nitrat-Belastungen aus diffusen Quellen zurückzuführen sind. |