Phosphoreinträge aus Kläranlagen und Industrie (FGG Weser, 2015)

Phosphoreinträge aus Kläranlagen und
Industrie (FGG Weser, 2015)

Kernkraftwerk Grohnde (FGG Weser)

Kernkraftwerk Grohnde (FGG Weser)

Kläranlagen

Je nach Art der Punktquelle (kommunale Kläranlage, Branche eines industriellen Direkteinleiters) können unterschiedliche Schad- und Nährstoffe die Wasserqualität beeinflussen. Die Gewässerbelastungen durch Abwassereinleitungen sind in den letzten Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Diese positive Entwicklung ist auf die flächendeckende Einrichtung von Kläranlagen und die ständige Verbesserung der Abwasserreinigungstechnik zurückzuführen. Industrie und Gewerbe haben hohe Auflagen für die Abwasserreinigung. In der Flussgebietseinheit Weser gibt es insgesamt 966 öffentliche Kläranlagen, darunter 961 Kläranlagen, die über eine biologische Stufe verfügen. An diese Kläranlagen sind ca. 8,7 Mio. Einwohner bzw. 13,3 Mio. Einwohnerwerte angeschlossen. In der Flussgebietseinheit Weser erreicht der Anschlussgrad insgesamt 95 %. Insbesondere in den Ländern Thüringen und Sachsen-Anhalt konnten seit 1990 große Fortschritte beim Aus- und Neubau der kommunalen Abwasserreinigung erzielt werden. Allerdings ist auch bekannt, dass nahezu ein Drittel der Phosphorfracht über Punktquellen (Kläranlagen und urbane Systeme) in die Gewässer eingetragen wird. Dies trifft insbesondere auf das bioverfügbare Orthophosphat zu, obwohl die in der Abwasserverordnung enthaltenen Anforderungen nach dem Stand der Technik eingehalten werden.

 

Salzeinleitungen

Ein besonderes Problem stellt noch immer das Abwasser der Kaliindustrie dar. Die Salzproduktionsgebiete liegen vor allem im hessisch-thüringischen Werragebiet, an der Fulda bei Neuhof und in Niedersachsen im Aller-Leine-Gebiet mit einer Produktionsstätte in der Nähe von Wunstorf. Die für das Flussgebiet Weser relevanteste Produktionsstätte befindet sich an der Werra. Die Hauptsalzlasten, die der Weser zugeführt werden, betragen im Jahr 1,3 Mio. Tonnen Chlorid über die Werra, 0,4 Mio. Tonnen Chlorid über die Aller und 0,08 Mio. Tonnen Chlorid über die Fulda (Stand 2015). Seit Ende der 90er Jahre existiert ein Salzreduzierungskonzept, nach dem das Salzabwasser gedrosselt und an den Abfluss angepasst eingeleitet wird. Seitdem werden die derzeit gültigen Grenzwerte für die Summe aller Kalieinleitungen und diffusen Einträge (2.500 mg Chlorid pro Liter an der Messstelle Gerstungen/Werra) nicht mehr überschritten. Jedoch liegen die Konzentrationen an der mittleren Werra immer noch mehr als 25-mal höher, als dies natürlicherweise in diesem Gewässer der Fall wäre.

 

Wärmeeinleitungen

Mehr als 2/3 des in Deutschland genutzten Wassers wird Flüssen und Seen als Kühlwasser entnommen. Das wieder eingeleitete Abwasser ist zwar nicht verschmutzt, aber dennoch ökologisch problematisch, denn es erwärmt das Gewässer. Der Weserverlauf weist mehrere Kühlwassereinleitungen von Kraftwerken und Industriebetrieben auf. Alle Wärmeeinleitungen werden in einem länderübergreifend abgestimmten Wärmelastplan (ARGE Weser, 1974) betrachtet, der auch die Grundlage für behördliche Einleitergenehmigungen bildet. Als Maximaltemperatur im völlig durchmischten Strom werden für Binnengewässer 28 °C und für tidebeeinflusste Gewässer 26 °C angesetzt. Als zulässige maximale Temperaturerhöhung (Aufwärmspanne) sind 3 Grad für Binnengewässer und 2 Grad für Tidegewässer vorgesehen. Das eingeleitete Kühlwasser darf eine Temperatur von 35 °C nicht überschreiten. Durch die Einhaltung des Wärmelastplans wird nicht von einer signifikanten Belastung durch die derzeitigen Wärmeeinleitungen ausgegangen.